Fahrzeugortung: Ist das Tracking per GPS in Deutschland erlaubt?

FahrzeugortungEs ist erstaunlich, was moderne Navigationsgeräte alles können. Die Technik hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, um Autofahrern im Alltag einen größtmöglichen Komfort bieten zu können. Nicht immer sind die Errungenschaften der modernen Technik aber rechtlich ganz unbedenklich. Ob es erlaubt ist, dass Navigationsgeräte vor Radargeräten im Straßenverkehr warnen, haben wir hier bereits diskutiert. Nun taucht in den Medien und auch bei privaten und gewerblichen Usern wiederholt die Frage auf, ob die neuen Möglichkeiten der Fahrzeugortung per GPS, die viele Navigationsgeräte heute bieten, bedenkenlos genutzt werden darf. Wir haben uns informiert und ein paar interessante Fakten zum Thema zusammengetragen:

Private Fahrzeugortung ist in Deutschland rechtlich unbedenklich

Auch wenn viele Dinge im Bereich der Persönlichkeitsrechte und der Privatsphäre in Deutschland verboten oder durch genaue Vorgaben rechtlich beschränkt ist, bietet die moderne Technik doch auch Möglichkeiten, die in Deutschland legal genutzt werden dürfen. Das Tracking privater Fahrzeuge per GPS gehört dazu. So ist es in Deutschland rechtlich völlig unbedenklich das eigene Privatfahrzeug mit einer modernen Trackingtechnik auszustatten und es so über GPS zu orten. Im Falle eines Diebstahls kann diese Funktion beispielsweise sehr praktisch sein, um das gestohlene Fahrzeug ausfindig zu machen.

Tracking-per-GPS

Private Fahrzeuge dürfen in Deutschland legal mit Trackingsystemen ausgestattet werden.

In Deutschland ist die Ortung privater Fahrzeuge über ein technisches Trackingsystem erlaubt, weil in diesem Fall etwas überwacht wird, was dem Nutzer ohnehin rechtmäßig gehört. Ähnlich verhält es sich beispielsweise mit der Überwachung des Eigenheimes per Videokamera oder Alarmanlage. Wer also ein GPS-Ortungssystem für das eigene Fahrzeug nutzen möchte, um es beispielsweise vor Diebstahl zu schützen, darf dies in Deutschland ohne Einschränkung legal tun. Informationen zu modernen GPS-Systemen zur gewerblichen Fahrzeugortung gibt es zum Beispiel unter www.skycom.de.

Die Ortung gewerblicher Fahrzeuge hängt vom Verwendungszweck ab

Ein wenig anders als im privaten Bereich stellt sich die Rechtslage bei Fahrzeugen im gewerblichen Betrieb dar, zum Beispiel in einem Logistikunternehmen oder bei Dienstwagen. Grundsätzlich ist die Ortung gewerblicher Fahrzeuge über ein Trackingsystem in Deutschland ebenfalls legal. Allerdings kommt es dabei auf den Zweck an, zu dem die Fahrzeuge geortet werden sollen. Wenn ein Unternehmen beispielsweise seine Fahrzeugflotte mit einer entsprechenden Technik ausstatten möchte, um Fahrzeuge im täglichen Betrieb orten zu können, ist dies rechtlich unbedenklich. Ein Paketzusteller oder ein Logistikunternehmen darf also seine Fahrzeuge mit einem Navigationssystem mit GPS-Ortung ausstatten, um beispielsweise die Routen zu Planungszwecken besser überwachen zu können.

Tracking-Systeme bieten komfortable Möglichkeiten zur Ortung einer Fahrzeugflotte.
Ganz anders sieht es allerdings aus, wenn Unternehmen die Technik einsetzen möchten, um die Fahrer und die Fahrzeiten während der Dienstzeit zu überwachen. In diesem Falle greift das Tracking in die Persönlichkeitsrechte des Fahrers ein und ist so ohne weiteres nicht legal einsetzbar, denn vor diesem Hintergrund ist nach deutschem Recht der Tatbestand der Spionage erfüllt. Trotzdem ist es nicht unmöglich die Fahrzeugortung auch zu einem solchen Zweck einzusetzen. Arbeitgeber, die sich rechtlich auf sicherem Boden bewegen möchten, müssen ihre Arbeitnehmer aber in einem solchen Fall im Vorfeld dezidiert über die geplante Überwachungsmaßnahme und ihren Zweck informieren und sich außerdem von jedem Mitarbeiter eine schriftliche Genehmigung zum Einsatz der Tracking-Technik ausstellen lassen. Sind diese Vorgaben erfüllt, fällt die GPS-Ortung der Fahrzeuge nicht mehr in den Bereich der Spionage und darf auch nach deutscher Rechtsprechung bedenkenlos eingesetzt werden.

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Bild 2: Skycom.de