Navigon 70 Premium Test

Das 70 Premium von Navigon verspricht Highend-Technologien und Features der Oberklasse für private und geschäftliche Vielfahrer. Mit einer UVP von knapp 250 Euro gehört es nicht gerade zu den Schnäppchen von Navigon – ein Praxistest soll zeigen, ob diese Investition dennoch sinnvoll angelegt ist.

Design und Bedienung

Die Gestaltung und Verarbeitung des Gerätes sind hervorragend gelungen. Das Gehäuse knarzt nicht und die dezente Chromeinfassung blendet selbst bei starkem Lichteinfall während des Fahrens nicht. Tatsächlich wirkt das Navi aufgrund seiner flachen Bauweise und dem schmalen Rahmen etwas zierlicher als man es durch das 5 Zoll Display erwartet. Letzteres lässt in seiner Qualiät kaum zu wünschen übrig, allerdings leidet bei starker Sonneneintrahlung ein wenig die Ablesbarkeit, was sich leider auch nicht über die Helligkeitseinstellungen beheben lässt.

Das in schwarz gehaltene Menü wirkt trotz zahlreicher Funktionen und anzeigbarer Daten sehr übersichtlich und ist intuitiv zu bedienen. Alle Einstellungen sind schnell erreichbar und perfekt auffindbar sortiert. Besonders gelungen ist die Adresseingabe, die nicht nur schnell und präzise funktioniert, sondern dank der großen Tasten und der Hilfestellung beim Eingeben durch aufleuchtende fehlende Buchstaben sogar einen gewissen Spaßfaktor mit sich bringt.

Features

Der Fahrspurassistent stellt während der Routenführung den Straßenverlauf durch mitlaufende 3D-Animationen dar. Dabei wurden sogar Punkte wie Dachformen und Fassadenfarben mitberücksichtigt. Dies wurde zwar optisch ansprechend umgesetzt, ist jedoch teilweise nicht ganz realitätsgenau.

Der eingebaute Annäherungssensor jedoch erweist sich in der Praxis leider als nahezu unbrauchbar. Mit ihm sollen allein per Annäherung mit der Hand an den Bildschirm Funktionen aktiviert und gesteuert werden können. Allerdings ist der Sensor selbst auf der niedrigsten Empflindlichkeitsstufe deutlich zu sensibel eingestellt und interpretiert teilweise kleinste Bewegungen im Auto als „Annäherung“.

Ganz gut gelungen hingegen ist die Möglichkeit der Sprachsteuerung, mit der sich die wichtigsten Funktionen steuern lassen, ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Dabei kann das Gerät sogar teilweise umgangssprachliche Satzwendungen interpretieren, was bei deutlicher Aussprache auch relativ problemlos funktioniert hat.

Bei der Routenberechnung selbst kann das 70 Premium vollkommen überzeugen. TMC berechnet im Falle einer Stau- oder Baustellenmeldung präzise und schnell aktualisierte Alternativrouten, sodass man nur noch entscheiden muss, ob eine Umfahrung letztendlich sinnvoll ist. Über das eingebaute MyBest POI lassen sich außerdem drei persönliche Lieblinsziele definieren (z.B. Restaurants, Museen etc.), die dann auf dem Display gespeichert und entlang der Route angezeigt werden.

Software

Leider ist mit dem Client und der Navi-Sofware kaum (bzw. nur unter Anwendung verschiedener Tricks) ein Software-Update möglich. Weder auf dem MAC OSX noch auf einem Windows Betriebssystem lassen sich problemlos Updates oder Wiederherstellungen durchführen, da sich die Software immer wieder „aufhängt“ und nur per Reset wieder zum Laufen gebracht werden kann, wodurch teilweise persönliche Einstellungen verloren gehen. Sehr ärgerlich.

Fazit

Die Premiumklasse, die der Name und der Verkaufspreis erwarten lassen, erreicht das Navi fast in allen Bereichen. Mit seinen umfangreichen und technisch gut umgesetzten Funktionen, dem perfekten Design und dem optimalen Handling gehört es definitiv in die Oberklasse der Navigationsgeräte. Kleine Mängel, die man bei einem Gerät in der oberen Preisklasse nicht erwartet, weist es jedoch auch auf. Die gute Streckenführung und die reichhaltige Ausstattung machen dies jedoch teilweise wieder wett, weshalb wir für das Navigon 70 Premium eine Kaufempfehlung für den anspruchsvollen Käufer aussprechen können.

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